

07. - 10.Oktober 2004
Donnerstag 2 Uhr. Ist das die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag oder doch jene von Donnerstag auf Freitag? Nachdem sich eine überwältigende Mehrheit zugunsten des Ersteren entschieden hatte, waren wir auf dem Weg Richtung Banbury. Im Gepäck befand sich, neben diversen Gastgeschenken, auch meine Bewerbung um einen Praktikumsplatz an der St. Mary C. E. Primary School in Banbury.
Bis ich meine Bewerbung an den Mann bringen konnte,
sollte es noch ein wenig dauern, denn zunächst waren Calais und Cambridge
unsere Ziele und es galt noch ein paar ungeplante Zwischenfälle zu
bewältigen. Es zeigte sich, dass man den Bus auch wiederfindet, ohne
sich Deck- und Treppennummer des Parkplatzes auf der Fähre zu merken,
und dass man auch trotz Verspätung eine Stadtführung in Cambridge
ergattert. Somit konnten wir nachmittags die Atmosphäre der berühmten
Universitätsstadt genießen und einmal in die Fußstapfen
von Darwin und Milton treten. Gegen Abend kamen wir müde, aber glücklich
in Banbury an, wurden herzlichst von Gasteltern, Bürgermeisterin Surinder
Dheli und der Twinning Association begrüßt und waren froh, als
unsere Reise endlich zu Hause bei den Gasteltern endete. Mit meinen Gasteltern
Helen (29) und Dave (34) verstand ich mich von Anfang an sehr gut, so dass
ich mich eher fühlte, als wäre ich zu Besuch bei Freunden.
Den gesamten Freitag verbrachten wir in den Cotswold Hills und bestaunten den
vielleicht schönsten Teil Englands mit seinen aus cremefarbenem
Kalkstein gebauten Häusern und nutzten reichlich die Gelegenheit hier
und da ein Souvenir zu kaufen.
Am Abend sollte es dann soweit sein. Beim großen gemeinsamen Abendessen in der Masonic Hall stellte Frau Schwellenbach mir Steven Waugh, den Direktor der Grundschule in Banbury, vor. Aufgeregt drückte ich ihm meine Bewerbung in die Hand und kehrte kurze Zeit später mit einem Praktikumsplatz in der Tasche an meinen Tisch zurück. Das war geschafft!
Für Samstag hatten Helen und Dave ein enges Vergnügungs- und Kulturprogramm
für mich zusammengestellt.
In Stratford warteten Shakespeares Geburtshaus
und Anne Hathaways Cottage, im Warwick Castle eine Reise in die Vergangenheit
und in Birmingham riesige Einkaufszentren, eine Fotoausstellung und ein indisches
Abendessen mit Helens Eltern anlässlich des Geburtstags ihres Vaters.
Während ich mich mit Helen und Dave köstlich amüsierte und
Banburys Umgebung unsicher machte, vergnügten sich einige andere bei
diversen Auftritten des Vokalensembles, das aus Hennef mit angereist war,
und folgten der Einladung zur „Surinder´s Soirée“ ins
Rathaus.
Am Sonntag hieß es leider schon wieder Abschied nehmen. Wir machten
uns schon in aller Frühe auf die Heimreise, allerdings nicht ohne uns
einmal in Greenwich auf den Nullmeridian gestellt zu haben. Doch bald werde ich
wieder da sein, für mein dreimonatiges Praktikum in der Mitte Englands.
Susanne Haeffs