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Die Partnerstädte

16. - 18. Juli 2004

Freundschaftsbesuch aus Nowy Dwór Gdański

Der Besuch aus der poln. Partnerstadt fand diesmal nicht als reine Bürgerbegegnung statt, sondern es wurde ein Programm aufgestellt, das den Besuchern aus dem neuen Mitgliedsland Polen die Wichtigkeit der europäischen Zusammenarbeit und die Auswirkungen auf den kommunalen Bereich vermitteln sollte. Die Besuchergruppe war stark geprägt durch Landwirte und Lehrer. Da gerade in der Landwirtschaft die Vorurteile gegen die EU in Polen sehr stark sind und die Lehrer als Multiplikatoren eine wichtige Rolle spielen, hatte die Partnerstadt viele Teilnehmer aus diesen beiden Gruppen als Besucher geschickt. Aus diesem Grunde sind auch kleine Programmänderungen entgegen dem beantragten Programm vorgenommen worden. Das hatte zur Folge, dass die Wünsche und Erwartungen dieser beiden Gruppen besser berücksichtigt werden konnten.

Freitag, 16.07.04

Die Stadt Nowy Dwór Gdański ist eine von der Landwirtschaft geprägte Stadt. Auch die Stadt Hennef hat sich von einer ländlich geprägten Kommune mit einigen mittelständischen Betrieben im Hauptort zu einer dynamischen Zuzugsgemeinde mit mittelständischer Industrie im Köln-Bonner Raum entwickelt. Diese Entwicklung war verbunden mit der Gesamtkanalisation des Ortes. Da der Partnerstadt diese wichtige Entwicklung hinsichtlich des Umweltschutzes entsprechend den europäischen Vorgaben noch bevorsteht, ist dieser Programmpunkt bei den Besuchern auf großes Interesse gestoßen. Für die mitgereisten Landwirte war die Besichtigung der beiden landwirtschaftlichen Betriebe, die neben der Landwirtschaft von der Selbstvermarktung ihrer Produkte leben, beeindruckend, da den Polen bisher die Selbstvermarktung verwehrt wurde. Es fand ein reges Frage- und Antwortgespräch zwischen den polnischen Landwirten und den Betriebsinhabern der landwirtschaftlichen Betriebe statt. Die Kostproben der Betriebe wurden anerkennend entgegengenommen. Die Besucher hatten eine lange Busfahrt hinter sich, so dass der Abend zur freien Verfügung mit den Gastfamilien stand.

Samstag, 17.07.04

Wie bereits dargestellt, befanden sich bei den Besuchern eine Anzahl von Lehrern, so dass auf Wunsch der Gäste die bereits erwähnte Programmänderung vorgenommen wurde. Das bedeutete, dass der Programmpunkt "Bildungswesen in der EU" auf den Samstag verschoben wurde, um das bereits geschilderte Freitagsprogramm durchzuführen.

V.l.n.r.:Lezsek Paszkiet, Dr. Tadeusz Studzinski, Dr.
    Sigurd van Riesen, Ruth Hieronymi, Boleslawk Klein
V.l.n.r.: Leszek Paszkiet, Dr. Tadeusz Studzinski,
Dr. Sigurd van Riesen, Ruth Hieronymi, Boleslawk Klein

Das Referat von der Leiterin der Realschule stieß bei den Gästen auf ein sehr hohes Interesse und die Gäste hielten diesen Punkt des Programms nicht nur für die Lehrer wichtig, sondern dieses Referat war auch wichtig für alle anderen Besucher, weil das polnische Schulsystem von starken Veränderungen betroffen ist. Begeistert wurde die Möglichkeit wahrgenommen einen Teil des wirklichen Schullebens - hier: Einweihung eines neuen Gebäudeteiles einschl. des Festvortrages der Direktorin des Hennefer Gymnasiums zu erleben. Ebenso stießen die beiden Vorträge während der Besichtigung des Hennefer Marktplatzes sowohl bei den Besuchern aus der Partnerstadt wie auch bei den zahlreichen Teilnehmern aus Hennef auf ein reges Interesse, besonders im Hinblick darauf, dass der polnischen Partnerstadt ein zentraler Ortsmittelpunkt wie in Hennef noch fehlt.

Das Mittagessen wurde in einem romantischen Ausflugslokal an der Sieg im Hennefer Ortsteil Weingartsgasse eingenommen. Aus Zeitgründen wurde dann auf die für den Nachmittag vorgesehene Fahrt ins Ahrtal verzichtet und dafür eine Fahrt ins Oberbergische Land mit der Besichtigung von Schloß Homburg organisiert. Im Zusammenhang mit der Schlossbesichtigung wurde von Herrn Paszkiet von der Universität Bonn ein Überblick über die historische Entwicklung des Oberbergischen Kreises und Rheinschiene im Bereich des Rhein-Sieg-Kreises und die europäischen Einflüsse vorgetragen. Diese lokale Geschichtserklärung im europäischen Kontex fand einen guten Widerhall bei den Besuchern.

Am Abend wurde dann eine deutsch-polnischer Freundschaftsabend auf dem überdachten Grillplatz des Heimatvereins Heisterschoss veranstaltet. Auf diesem Grillfest kamen zwischen den Mitgliedern des Hennefer Partnerschafts- und des polnischen Vereins viele Gespräche in deutscher, polnischer und englischer Sprache zustande, die dazu beitrugen, dass die inzwischen freundschaftlichen Bande weiter gefestigt wurden. Als Höhepunkt des Abends bot eine polnische Laienspielgruppe in deutscher und polnischer Sprache die Sagen, die Entstehung und Entwicklung des Werder Landes mit der Stadt Nowy Dwór Gdański dar. Es war eine beindruckende Darstellung, die dadurch geprägt war, dass mit wenigen Mitteln der Bühnendekoration und der Kostüme doch die Atmosphäre dieses Landesteiles in Polen dargebracht wurde. Dabei wurde auch die deutsche Vergangenheit nicht ausgeschaltet. Es war ein gelungener Abend der deutsch polnischen Verständigung.

Sonntag, 18.07.04

Den poln. Besuchern wurde die Gelegenheit gegeben, an diesem Tag an einem kath. Gottesdienst teilzunehmen. Von den Besuchern wurde davon stark Gebrauch gemacht. Um 11 Uhr fand dann der Vortrag von der Abgeordneten des Europäischen Parlaments mit dem Thema: Wie verändert der Beitritt zur Europäischen Union das Leben in Polen.

Hierzu saßen auf dem Podium Dr. van Riesen (Vorstandsmitglied für Polen), Dr. Studzinski (Bürgermeister von Nowy Dwór Gdański) und Herr Paszkiet als Übersetzer. Nach dem Vortrag wurden von den Herren auf dem Podium und den Besuchern sehr viele Fragen gestellt. Besonders die jungen Leute der Besuchergruppe stellten interessante Fragen. Dadurch entstanden viele Diskussionen. Frau Hieronimy konnte auf alle Fragen eingehen und diese souverän beantworten. Die poln. und deutschen Besucher waren von diesem Programmpunkt sehr angetan. Es sind viele Missverständnisse auf Seiten der polnischen Gäste beseitigt worden, so dass dieser Vormittag als ein voller Erfolg angesehen werden kann. Nach dem Mittagessen in den Gastfamilien wurden die Polen um 14 Uhr mit einem gemeinsamen Lied verabschiedet.

Als Resümee bleibt festzustellen, dass dieses mit europäischen Themen geprägte Wochenende als restlos gelungen bezeichnet werden kann. Den Besuchern konnte vermittelt werden, welche Entwicklungen innerhalb Europas möglich sind und von Deutscher Seite - hier am Beispiel der Partnerstadt Hennef - teils auch schon verwirklicht wurden. Der Bürgermeister von Nowy Dwór Gdański brachte seinen Dank zu dem gelungenen Wochenende beim Abschied zum Ausdruck.

Jürgen Misselhorn