

Viva Colonia – Geschichte und Geschichten zu Fuß, Panorama per Schiff und begeistert besungen!
Das Ambiente des Empfangs unserer Gäste am Freitag Abend war trostlos – es goss in Strömen, das Thermometer war um 10 Grad gefallen, und die Wetteraussichten waren trübe. Trotzdem wurden alle 30 Gäste herzlich willkommen geheißen. Für einige war es wie ein Nachhause – Kommen, für andere der erste Besuch in der deutschen Partnerstadt. Ein Besuch in Köln war der Wunsch der Besucher gewesen, und so machte sich die Reisegesellschaft am Samstag Morgen auf in die Domstadt, begleitet von über 20 Gastgebern. Eine kleine Dame mit großer Ausstrahlung und traumhaftem Akzent unternahm mit uns einen zweistündigen Spaziergang durch die Altstadt unter dem Motto „Histörchen, Originale und Spezialitäten“, und die vielen Fragen ließen großes Interesse an der Geschichte und den Geschichten erkennen. Wer weiß schon, was „Kallendresser“ auf französisch heißt, und wer kennt schon alle Spuren der napoleonischen Herrschaft in Köln bis zur Namensherkunft von 4711 Eau de Cologne? Kalt war es, der heftige Wind auf der Domplatte ließ alle die Kragen hochschlagen, aber die mitgebrachten Schirme wehrten den Regen ab – es blieb trocken.
Auch das Mittagessen in Peters Brauhaus war typisch kölsch und deftig in echter Brauhausatmosphäre. Doch als man Bilanz zog – 140 Kölsch allein für die französischen Gäste, da gab es bei den deutschen Begleitern nur Hochachtung „Alle Achtung, die Franzosen passen sich an!“, bei den Franzosen aber ungläubiges Staunen und viele Spekulationen über die Betrugsabsichten von Kölner Köbessen.
Auch der Nachmittag gehörte
der Kultur, in kleineren Gruppen hatte man die Wahl zwischen dem Schokoladenmuseum
oder der Malereiausstellung „Der
blaue Reiter“ im Museum Ludwig. Die von Jürgen Misselhorn angebotene
Tour durch die romanischen Kirchen war vom Pech verfolgt: Entweder war Gottesdienst
und die Besichtigung nicht gestattet, oder die Kirchen waren geschlossen.
Da bot sich die Konditorei als willkommene Abwechslung und zum Ausruhen müder
Füße.
Die Krönung des Tages sollte die abendliche Panoramafahrt
auf dem Rhein sein. Das größte Schiff der Köln-Düsseldorfer,
die „Stolzenfels“,
fuhr mit uns bis Mühlheim flussabwärts und dann fast bis nach Wesseling
rheinaufwärts. Wer Lust und eine warme Jacke hatte, konnte in der Dunkelheit
das Köln – Panorama vom Deck aus genießen, während
sich die Übrigen dem Kölsch und dem Tanz widmeten. Bei flotter
Live – Musik legte so mancher eine kesse Sohle aufs Tanzparkett, und
der tanzfleißige Dino Monteiro führte nacheinander alle Damen
auf die Tanzfläche.
Echt urig war natürlich auch die benachbarte Junggesellen-Abschiedsparty
mit dem Bräutigam im Schottenröckchen. Da fand dann zum Schluss
die große Verbrüderung auf der Tanzfläche statt, und bei „Drenk
doch eene met“ und „Viva Colonia“ klang ein lustiger Abend
aus.
In Blankenberg im Haus Sonnenschein traf man sich am Sonntagmorgen zum Frühschoppen,
begrüßt von Frau Michaela Balansky. Ein kurzer Rundgang durch
das Städtchen mit einigen Erläuterungen zur Geschichte dieses Kleinods
rundete das Programm ab, und als um 15 Uhr die Rückreise startete,
wollte erst keiner in den Bus einsteigen. Erst nach vielen „bisous“ konnte
man sich trennen. Zurück blieben begeisterte Gastfamilien und ein kleines
Geschenk – ein Buch mit Ideen für unseren Besuch in Le Pecq im
kommenden Jahr 2005.
Erika Rollenske