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Die Partnerstädte

Wir trauern um den Vorsitzenden des Vereins für Europäische Städtepartnerschaft und um unseren Freund Jochen Tonndorf.

Jochen Tonndorf
Jochen Tonndorf
†11.09.2003

Sechs Jahre lang war er Vorsitzender des Vereins, Nachfolger von Mathias Schwellenbach, und man stellte ihn uns vor als eine Art Schirmherr oder Initiator einer neuen Städtepartnerschaft mit einer französischen Stadt. Viele von uns wissen noch, wie sorgfältig und besonnen er die Auswahl der passenden, der richtigen Partnerstadt vornahm, wie er alle die in den Auswahlprozess mit einbezog, die für ihn die Träger der Partnerschaft waren und es immer noch sind und wie zielbewusst er dann den Abschluss des Freundschaftsvertrages 1997 vorbereitete.

Nicht wenige Diskussionen hat es in den folgenden Jahren darüber gegeben, ob auch eine dritte Partnerschaft, die Verbindung mit einer Stadt in Polen auf Resonanz in der Bevölkerung und auf ein tragfähiges Fundament im Partnerschaftsverein bauen könnte. Jochen Tonndorf hat auch in dieser Zeit des Abwägens und erneuten Suchens die Planungen klug gesteuert, bis dann im Jahr 2001 Nowy Dwór Gdański als neue Partnerstadt etabliert werden konnte..

Aber wer glaubte, er wollte sich nach der Gründung der neuen Städtepartnerschaften den Erfolg als Orden an die eigene Brust heften, der hatte sich in Jochen Tonndorf getäuscht. Was ihn geleitet hat in all den Jahren war eine Idee, die Idee von einem menschlichen und friedlichen Miteinander in Europa, nicht / oder nicht nur/ auf der Ebene der Bürgermeister oder der Politiker. In seiner Vorstellung lag die Chance zur Freundschaft zwischen ehemals verfeindeten Nationen in der Begegnung von einzelnen Menschen oder von Gruppen mit einem gemeinsamen Ziel oder Hobby. Und er stellte sich die Aufgabe, diese Idee mit Leben zu füllen und andere dafür zu begeistern.

In seiner Zusammenarbeit mit dem Vorstand des Partnerschaftsvereins, mit der Stadt und ihren Vertreterinnen und Vertretern, mit den Hennefer Vereinen und Gruppen und mit den Mitgliedern des Vereins war er unermüdlich um Kontakt und Kommunikation bemüht. Er traf Entscheidungen im Diskurs mit den andern Vorstandsmitgliedern und sorgte für höchstmögliche Transparenz. Und auch als es ihm gesundheitlich schon nicht gut ging, wurde ein Telefonat, bei dem organisatorische oder andere Entscheidungen getroffen wurden, selten beendet ohne einen kleinen Witz oder eine lustige Geschichte. Mehrfach haben mir unsere französischen Freunde erzählt, wie sehr sie sich über seinen Vortrag über die Schwierigkeiten von Deutschen mit der französischen Grammatik amüsiert haben, den er für unseren Frankreichbesuch liebevoll vorbereitet hatte.

Er sah sich bei diesen Gelegenheiten nicht als Manager oder gar Reiseveranstalter. Wichtig waren für ihn die persönlichen Freundschaften in allen drei Partnerstädten. Durch diese Freundschaften, ergänzt durch seine Großzügigkeit als Gastgeber zusammen mit seiner Frau Christiane, schuf er die Grundlage für viele Aktivitäten zwischen den Städten und lebte so vor, wie friedliche europäische Partnerschaft aussehen kann, und ich glaube, dass es für seine und unsere Freunde heute sehr wichtig ist, hier zu sein und von ihm Abschied zu nehmen.

Auch wir nehmen heute Abschied von Jochen Tonndorf. Wir haben für ihn und mit ihm gehofft und ihn für deinen Mut bewundert und wir sind traurig, dass ihm der Wunsch, gesund zu werden, nicht erfüllt wurde.

Sein Einsatz, seine Energie, seine Souveränität werden uns fehlen, und im Augenblick sehe ich wichtige Marksteine, die er gesetzt hat, und auf die wir die Zukunft des Partnerschaftsvereins bauen können, und Fußstapfen, die er hinterlassen hat und die für eine Nachfolge noch sehr groß sind.
Wir sind dankbar, dass wir mit Jochen Tonndorf zusammen arbeiten durften und wir trauern mit seiner Familie um unseren Freund.

Erika Rollenske